Nicht nur für Jugendtrainer Marco Palazzi sind es Wochen des Verzichts. Auch für die Spieler, Spielerinnen und ihre Familien sind die Pandemie-Monate Monate der Umstellung und Anpassung - aus gutem Grund wie man unschwer erkennen kann. Dennoch trüben Einschränkungen des Vereinslebens das Miteinander. Für Palazzi ist es eine besondere Zeit, die sich trotz merklicher Abstriche mit Neugierde und Ideen kreativ gestalten lässt. "Da muss auch unser FSJler Pascal manchmal vortanzen", erklärt der Jugendtrainer einen Lockdown-Ablenker und meint damit das Online-Training. Gemeinsam mit seinem FSJler hat Marco Palazzi früh begonnen, die E-, D- und C-Jugendlichen mit einem wöchentlichen Training per Videokamera live einzubinden.

Zwar sind es nur 45 Minuten je Altersklassen, doch kommen die jungen Handballer mit und ohne kleine 'Trainingsgeräte' wie Luftballons und Tennisbälle durchaus ins Schwitzen. Mit der Resonanz ist der erfahrene Nachwuchscoach zufrieden, auch wenn klare Elemente fehlen: "auch für Pascal ist das als FSJler eine besondere Zeit. Die Arbeit und Entwicklung in der Gruppe lassen sich kaum ersetzen."

Kreativität beweisen die Anderter Handballer nicht nur im Online-Training, das auch durch Videos des Deutschen Handballbundes aufgewertet wird, sondern auch mit kleinen Quiz- und Rätselaufgaben, die demnächst über Mannschaftsverteiler verbreitet werden. "Da können die Nachwuchshandballer ihr Wissen um unseren Sport, den TSV Anderten und auch mal zu Regelfragen unter Beweis stellen", erklärt Palazzi. Es werde auch immer wieder kleine Preise geben, unterstreicht er mit Vorfreude.

Vorfreude ist überhaupt ein wichtiges Element in diesen Zeiten. Fast einheitlich antworten die Nachwuchshandballer mit Blick auf Zeiten in der Sporthalle, dass das Werfen und das gemeinsame Spiel heiß ersehnt werden. "Aus allen Lagen ballern", fasst Palazzi das erste Wurftraining in Zukunft zusammen.

So sehr der Wunsch nach Normalisierung sich auch aufdrängt, der Realismus ist auch in den Anderter Handballfamilien angekommen. Der sportliche Ausgleich fehle, äußern viele Eltern mit Blick auf Kinder, die zunehmend Zeit mit Handys und Onlinespielen abseits der Teamaktivtäten verbringen. "Es fehlt die Entlastung für den Kopf, auch das Kopf-Freimachen für die Schule", äußert ein Handballpapa.

Dabei ist es nicht nur eine Herausforderung, die Familie im Vereinsleben zu halten. Auch für die ehrenamtlichen Übungsleiter ist die Zeit abseits der Spielfläche besonders. Für eine ausgiebige Online-Weiterbildung fehlen vielerorts Strukturen und Inhalte, auch der Abstand zur eigenen Leidenschaft sorgt für Frust. Palazzi ermuntert seine Kollegen: "da müssen wir jetzt gemeinsam geduldig sein - und stärker wiederkommen." Für ein Comeback laufen gedanklich erste Vorbereitungen. Auf der Planungstafel entstehen die Rahmenbedingungen und Details für eine Ferienfreizeit, im Kalender bereits erste Ideen für die Sanierung des Beachhandballplatzes. Gerade letzteres wird - wenn sich die Wogen glätten - eine erste Möglichkeit für einen Wiedereinstieg sein. "Der Platz ist im Moment nur 50% groß", scherzt Palazzi mit dem Blick auf Rasen und die neu zu setzende Kante. Während der Blick auf die Ferienfreizeit nur ein "kleiner Strohhalm" sei, sorgt die Vorfreude auf Veranstaltungen im und rund um den Sandkasten für realistischere Vorfreude. 

Natürlich dürfen auch mittelfristige Ziele nicht fehlen, wenn der Corona-Blues vertrieben werden soll. Anfang 2022 könnte die Mini-Handball-EM in Anderten stattfinden. Jetzt sind erst einmal die Großen dran: die WM in Ägypten startet. "Hoffentlich nicht auf Kosten der Spieler",  sorgt sich Palazzi und drückt mit einem Abschiedslächeln den roten Knopf. Noch geht nur das Videokonferenzprogramm aus. In Zukunft soll es am Ende eines Handballtages wieder das Hallenlicht sein.

Newsflash

In unserer

GALERIE

findet Ihr viele Fotos!

Zur Eisteicharena

Sponsoren

duve 167x61easy-fitnessSchaefersDuTranselGrecoBenckendorf Logo Web 167x61

Spenden

Unterstützen Sie die Handballabteilung des TSV Anderten. 

Erfolgreiche Jugendarbeit ist mit reinen Vereinsbeiträgen kaum zu leisten. Wir freuen uns daher über jede Spende.