Marco Juli2016

Geburtsdatum 04.06.1977
Trainer Minis, E-, D- & C-Jugend sowie 3.Herren
im Verein seit 01.04.1997
letzter Verein MTV Herrenhausen

Hallo Marco. Als Trainer von diversen Mannschaften bist du dem TSV bereits seit 19 Jahren treu. Aktuell gibt es in Anderten wahrscheinlich keinen Spieler, der nicht mindestens einmal unter deiner Leitung trainiert hat. Du kennst von jedem Spieler seine Stärken wie auch Schwächen – wie schaffst du es, dir nicht nur alle Namen sondern auch Eigenschaften und persönliche Interessen der Spieler zu merken?

Boah, sind das wirklich schon 19 Jahre beim TSV Anderten? Wie schaffe ich es mir alle Namen zu merken…

Nun erstmal habe ich ein wirklich gutes Namensgedächtnis, was einmal sitzt vergesse ich nicht mehr. Zudem kenne ich viele Kinder aus der Schule, sehe die Jungs nachmittags beim Training und schließlich auch am Wochenende bei den Spielen. Dadurch dass ja immer nur vereinzelt Spieler dazu kommen und ich nicht alle Namen auf einmal „lernen musste“, konnte ich mir durch die vielen Gespräche und Treffen alle Namen und über die Zeit natürlich auch Interessen der Jungs – bzw. mittlerweile Männer – aneignen.

Sicher gab es vor dem TSV auch andere Vereine für die du unterwegs warst. Welche waren das und wie lange bist du generell bereits als Trainer aktiv?

Großgeworden bin ich beim MTV Herrenhausen. Über eine Handball AG habe ich dort selber mit dem Handballspielen begonnen. Als ich später A-Jugendlicher war hatte vor uns immer die männliche E-Jungend Training und die damalige Trainerin fragte mich, ob ich dort helfen würde… überraschenderweise war die Gute dann aber nach knapp 3 Monaten weg und ich stand mit den Jungs alleine da. Damit bin ich dann seit – warte kurz, lass mich rechnen – 22 Jahren als Trainer aktiv.

Nach Anderten bin ich über Annette Petersen gekommen. Annette traf mich auf einem Handballcamp in Hameln und überzeugte mich damals davon, dass ich unbedingt nach Anderten wechseln müsse. ;-) Kurzerhand habe ich also hier in Anderten die männliche E- und D-Jugend – damals mit den Jahrgängen 1987/88 (Hendrik & Lars Brauns, heute 2. Herren) und 1985/86 (Frederik Brandes) – übernommen.

Wieviel Zeit verbringst oder denkst du in der Woche mit/an Handball?

Wann denke ich mal nicht an Handball? Neben den Trainingsstunden verbringe ich doch durchaus noch einiges an Zeit mit organisatorischen Dingen. Die nehmen auch gefühlt noch mehr Zeit in Anspruch als der eig. Trainings- und Spielbetrieb. Was das Ganze dann in Zahlen bedeutet? Ich würde sagen „24/7“ – schließlich „bimmelt“ immer mindestens eine WhatsApp Gruppe und wenn nicht, dann träume ich bestimmt von Handball. ;-)

Und was machst du abseits der Sporthalle? Wie gestaltest du deine handballfreie Zeit, wenn du doch mal welche findest?

Steht mal kein Handball auf dem Programm gehe ich leidenschaftlich gerne Essen, treffe mich mit Freunden – die komischerweise überwiegend aus dem Handballer Kreis bestehen und dann doch schnell wieder unser Lieblingsthema „Handball“ aufkommt – oder bin auch einfach mal froh, wenn ich für ein paar Stunden meine Haustür schließen und mein Handy ausstellen kann, um etwas Ruhe zum „nichts tun“ habe.

Was gefällt dir beim Handball im TSV Anderten besonders?

Ganz klar das familiäre Umfeld. Die vielen lieben Menschen die man über die Jahre kennen und lieben gelernt hat. Diese möchte ich einfach nicht mehr missen – denn sie motivieren mich jeden Tag aufs Neue weiter zu machen und immer noch mehr zu machen.

Welche Erwartungen hast du zur kommenden Saison an den Verein und wo steckst du die Ziele der einzelnen Mannschaften?

Von dem Verein (Vorstand) wünsche ich mir manchmal etwas mehr Zielstrebigkeit und eine größere Entscheidungsfreude in Bezug auf die allgemeine Vereinsarbeit.

Was die Ziele der einzelnen Mannschaften angeht, so erhoffe ich mir von der 3. Herren, dass wir in diesem Jahr Regionsmeister werden und damit unsere 2. Herren etwas unter Druck setzten was den Aufstieg angeht. ;-)

Mit der 1. C-Jugend starten wir wieder in der Oberliga, was wohl kein einfaches Projekt werden wird. In Bezug auf diese Jungs lege ich den Fokus daher auf die individuelle Spielerentwicklung und erhoffe mir den einen oder anderen Überraschungssieg. Mit unserer 2. C-Jugend hingegen müssen wir ein größeres Problem kompensieren – nämlich die geringe Spieleranzahl im Jahrgang 02/03, wodurch die Mannschaft im laufenden Spielbetrieb mit einigen D-Jugendlichen aufgefüllt wird. Hier steht also klar der Spaß am Handball im Vordergrund, wie aber bei allen anderen Mannschaften auch irgendwie.

Was unsere D-Jugend angeht so sehe ich unsere D1 momentan als talentierteste Mannschaft im Verein. Und durch die Turniersiege in Empelde und Bothfeld sehe ich die Saison einen ähnlichen Verlauf der Letzten nehmen. Unsere D2 – die von Dominik Schulz trainiert wird – denke ich, wird eine ähnlich gute Platzierung in ihrer Spielklasse erreichen.

Im Bereich der E-Jugend starten wir seit nun 17 Jahren mal wieder mit 3 Mannschaften in die Saison. Wobei die 1. E-Jugend anders der 2. und 3. nicht mehr in der Turnierform spielen wird, was ich für durchaus positiv befinde. Zum Saisonverlauf so denke ich, werden sich alle Mannschaften und Spieler ordentlich weiterentwickeln. Zudem erhoffe ich mir natürlich einige erfolgreiche Spiele für unsere Kinder.

Mit unseren Minis starten wir, wie langsam oft erwähnt, mit 6 Mannschaften in die Saison, was allen Kindern viele Spielanteile sichern wird. Für unsere 5 bis 8 Jährigen erhoffe ich mir vor allem, dass sie ganz viel Spaß das Jahr über haben werden und das ein oder andere Tor erzielen können. Für uns als Verein wünsche ich mir zusätzlich, dass wir in dieser Altersklasse weiterhin so einen tollen Zulauf an Nachwuchstalenten haben.

Wie läuft deiner Meinung nach die Saisonvorbereitung? Sind alle deine Mannschaften fit für die kommende Saison oder gibt es die eine oder andere Mannschaft, welche noch ein kleines „Sondertraining“ benötigt?

Schweißtreibend – so liefen die ersten Trainingseinheiten mit der 3. Herren. Mit den Jugendmannschaften starten wir erst in der kommenden Woche in die Vorbereitung, dann wird sich zeigen ob der ein oder andere Spieler ein kleines Sondertraining benötigt. ;-)

Bei den ganzen Mannschaften, die du trainierst, fallen doch bestimmt im Laufe einer Saison auch mal Spielüberschneidungen an. Wie schaffst du es, bei so vielen Mannschaften und Altersklassen den Überblick zu behalten und den Punktspielbetrieb zu sichern bzw. abzudecken?

Dank der guten Zusammenarbeit mit unserem Spielwart Stefan Opitz kann ich doch bei recht vielen Mannschaften auf der Bank Platz nehmen (obwohl, eigentlich nehme ich ja nie Platz). Neben meinen „Schwerpunktmannschaften“ versuche ich dann so viele Spiele wie möglich der anderen Teams zu besuchen. Und sollte es doch irgendwo Überschneidungen geben, habe ich einen soliden Betreuerstab den ich jederzeit „einspannen“ kann.

Welche Eigenschaften sind dir bei deinem Betreuerstab am wichtigsten und nach welchen Kriterien wählst du diese aus?

Das ist eine schwierige Frage. Hmm… was ist wichtig? Zu aller erst sollte ein Betreuer wohl Spaß am Umgang mit Kindern- und Jugendlichen haben – klar. Im Idealfall sollte er auch eine hohe Toleranzgrenze haben was das Thema „Lautstärke“ angeht ;-)

Aber Spaß bei Seite, die Grundfrage ist immer wie viel Zeit ein Betreuer investieren möchte oder kann. Wir haben Leute die Spieltage begleiten und eine Mannschaft währenddessen coachen aber eben auch Betreuer, die noch wesentlich mehr organisatorisches „Drumherum“ managen. Und dann stellt sich eigentlich nur die Frage ob sich diese Vorstellungen mit der jeweiligen Mannschaft kompensieren lassen. Für weitere Fragen an dieser Stelle stehe ich allen Interessierten gerne persönlich zur Verfügung, denn weitere Betreuer oder ehrenamtliche Helfer sind immer herzlich willkommen!

Gerade im jüngeren Jugend- und vor allem Kinderhandball sind Vereine und Trainer auf eine funktionierende Elterngemeinschaft angewiesen. Sei es um die Kinder zu den Auswärtsspielen zu fahren oder die eigene Halle mit einer tollen Atmosphäre und Leben zu füllen. Wie beurteilst du die Elterngemeinschaft in Anderten und gibt es irgendetwas dass du den Anderter-Eltern an dieser Stelle sagen möchtest?

Erstmal möchte ich mich bei allen Eltern bedanken, denn ohne eine funktionierende Elterngemeinschaft wäre das gesamte Projekt „Handball in Anderten“ nicht möglich. Sei es der Support von der Tribüne, die Unterstützung des Kioskteams, die weltklasse Salat- und Kuchenspenden an den Heimspieltagen oder euer Einsatz am Kampfgericht.

Nichtsdestotrotz brauchen wir als Verein aber nicht nur den „Nachwuchs“ auf dem Spielfeld, sondern auch an ehrenamtlichen Mitarbeitern in gewählter Funktion. Zur kommenden Wahlperiode benötigen wir z. B. Freiwillige für das Amt des Abteilungsleiters und des Kassenwartes. Auch ist weiter Unterstützung in den Bereichen Sponsoring und Presse sowie bei den Schiedsrichtern gefragt.

Zum Schluss verrate uns doch noch bitte – Nach so vielen Jahren, Mannschaften und Spielern, gibt es da einen Augenblick mit den Anderter Jungs, der dir bis heute als „Lieblingsmoment“ gilt?

Puhh, das ist jetzt mal richtig schwer zu sagen. Nach so vielen Jahren habe ich ebenso viele Highlights und könnte eigentlich zu fast jedem Jahrgang etwas erzählen.

In besonderer Erinnerung bleibt mir jedoch wirklich ein ganz bestimmter Moment – der Gewinn der Niedersachsenmeisterschaft im Jahr 2000 mit dem Jahrgang 85/86! Nach einem aufregenden Turniertag und drei unglaublich aufregenden Spielen sind wir – überraschenderweise, aus Versehen – ungeschlagen Niedersachsenmeister geworden. Das war – in meiner bis dahin noch jungen Trainerkariere – der absolute Höhepunkt.

Aber auch die weiteren Niedersachsenmeisterschaften oder die vielen Schloß Dankern und Handball-Mini-EM/WM Erlebnisse und der EM-Sieg mit dem Jahrgang 97 werden mir auf ewig in positiver Erinnerung bleiben.

Vielen Dank Marco, dass du dir die Zeit genommen hast um unsere Fragen zu beantworten. Wir wünschen dir und all deinen Mannschaften ebenso viel Spaß beim Handball wie auch Erfolg in der Saison 2016/17!

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